THEATER IST TEAMWORK

Unsere Ensembles

Die Klosterhofspiele Langenzenn leben von Menschen, die Theater mit Leidenschaft gestalten – über Generationen hinweg. Aus dieser Energie sind vier Ensembles entstanden, die unterschiedliche Altersgruppen, Spielstile und Traditionen verbinden. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Jede Gruppe trägt auf ihre eigene Weise dazu bei, dass das Theater im historischen Ambiente des Klosters nicht nur ein Ort der Aufführungen, sondern ein lebendiger Treffpunkt kreativer Gemeinschaft bleibt.

Vom ersten Spieltrieb der Klostermäuse über die mutigen Inszenierungen des Jungen Ensembles bis hin zu den großen Sommerproduktionen und den charmanten Winterkomödien spannt sich ein Bogen, der zeigt, wie vielfältig Theater sein kann. Gemeinsam stehen die Ensembles für Kontinuität, Offenheit und ein Miteinander, das das Langenzenner Theater seit Jahrzehnten prägt.

Großes Ensemble

Seit der Gründung der Klosterhofspiele 1982 hat sich das große Ensemble zu einer Institution des Amateurtheaters in der Region entwickelt. Was mit dem Historienspiel „Der Tag von Cenna“ zum 100-jährigen Jubiläum des Heimatvereins begann, wurde rasch zu einer Tradition großer Sommerproduktionen im historischen Ambiente des Klosterhofs. Über die Jahrzehnte hinweg prägten namhafte Regisseure wie Kraft-Alexander Kraft, Gabriele Küffner, Jan Burdinski, Peter Lüdi, Frank Landua und zuletzt Sue Rose die künstlerische Handschrift des Ensembles.

Das große Ensemble steht für niveauvolle Komödien, leidenschaftliches Spiel und professionell geführte Inszenierungen. Klassiker von Shakespeare, Molière oder Kleist gehören ebenso zum Repertoire wie moderne Stücke und spektakuläre Kooperationen. Ein besonderer Höhepunkt war 2017 die Großproduktion „Luther“, bei der über 100 Mitwirkende auf drei verschiedenen Spielorten zu erleben waren – ein Ereignis, das weit über Langenzenn hinaus Beachtung fand. Viele Produktionen erreichten seit den 1990er Jahren eine Auslastung von nahezu 100 %.

Mit neuen Regisseuren, frischen Ideen und einem Ensemble, das über Generationen hinweg gewachsen ist, bleiben die Klosterhofspiele lebendig. 2025 übernimmt Stefan Rieger mit „Was ihr wollt“ die künstlerische Leitung der Sommerproduktion. Das große Ensemble verbindet Tradition und Moderne – getragen von Menschen, die seit Jahrzehnten Theater mit Leidenschaft, Ausdauer und viel Herzblut gestalten.

Klostermäuse

Seit 2002 prägen die Klostermäuse als Kinder- und Jugendensemble die Nachwuchsarbeit der Klosterhofspiele. Aus einer ersten Ausschreibung, der viele theaterbegeisterte Kinder und Eltern folgten, entwickelte sich rasch ein festes Ensemble, das sein Motto „Kinder spielen für Kinder“ bis heute lebt. Von Beginn an begleiteten erfahrene Klosterhofer die jungen Talente – und viele der damaligen Kinder stehen bis heute auf oder hinter der Bühne. Der Name „Klostermäuse“ entstand liebevoll, nachdem während einer Probe ein kleines Mäuschen im Kreuzgang entdeckt wurde – ein Glücksfall, wenn man bedenkt, welche anderen tierischen Mitbewohner sich dort sonst noch tummelten.

Das erste Stück „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, 2002 uraufgeführt in einer Scheune in Laubendorf, wurde sofort ein voller Erfolg und machte Lust auf mehr. Seither begeistern die Klostermäuse ihr Publikum mit Klassikern wie „Peter Pan“, „Die kleine Hexe“, „Rumpelstilzchen“ oder „Das kleine Gespenst“. Mehrfach durchbrach das Ensemble die Marke von 5.000 Zuschauerinnen und Zuschauern – ein bemerkenswerter Erfolg für ein Kindertheater. Mit jeder neuen Produktion wuchs auch die Professionalität: aufwendige Bühnenbilder, detailreich gestaltete Kostüme und die konsequente Förderung junger Spielerinnen und Spieler tragen diesen Erfolg.

Heute sind die Klostermäuse fest verankerter Bestandteil der Klosterhoffamilie. Viele ehemalige Kinder wirken inzwischen im Jungen Ensemble oder im großen Sommerensemble aktiv mit – als Darsteller, in Technik, Maske oder Organisation. Auch im Verein selbst engagiert sich die „Nachwuchsriege“ inzwischen auf Vorstandsebene. Die Klostermäuse stehen für Kreativität, Zusammenhalt und generationenübergreifendes Theater – getragen von Familien, die anpacken, wo immer es notwendig ist, und die diese besondere Tradition lebendig halten.

Junges Ensemble

Das Junge Ensemble wurde 2012 ursprünglich als Jugendtheater gegründet – als kreativer Ort, an dem theaterbegeisterte Jugendliche erste eigene Schritte auf der Bühne machen konnten. Doch schon bald entwickelte sich daraus weit mehr als ein klassischer Jugendclub: Eine Gruppe junger Menschen, die Theater nicht nur spielen, sondern gemeinsam gestalten wollte. Heute vereint das Ensemble Jugendliche und junge Erwachsene, die ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Ideen und Talente mitbringen und das Profil der Gruppe nachhaltig prägen.

Im Laufe der Jahre ist aus dem Jugendtheater eine selbstständige, eigenverantwortliche Theatergemeinschaft entstanden. Die Mitglieder übernehmen Regie, Organisation, Bühnenbau, Kostüme, Technik und Maske – und wachsen mit jeder Produktion weiter über sich hinaus. Ihre Inszenierungen reichen von gesellschaftskritischen Stücken wie Die Welle oder Die Physiker bis hin zu humorvollen Eigeninterpretationen und Komödien wie Sherlock in Love. Die Handschrift des Ensembles ist geprägt von Mut zum Experiment, intensiver Zusammenarbeit und dem Wunsch, komplexe Themen auch für jüngere Generationen verständlich und relevant zu machen.

Zum 10-jährigen Jubiläum stellte das Junge Ensemble dies erneut unter Beweis: Mit Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde präsentierten die jungen Theatermacherinnen und Theatermacher eine Produktion, die gleichzeitig pointiert, temporeich und handwerklich beeindruckend war. Heute bildet das Ensemble eine wichtige Brücke innerhalb der Klosterhofspiele – viele ehemalige Klostermäuse finden hier ihren Platz, entwickeln sich weiter und bringen frischen Wind in das Gesamtgefüge des Vereins. So bleibt das Junge Ensemble ein lebendiger Motor für neue Impulse, moderne Themen und kreative Spielfreude.

Winterensemble

Seit 2012 bringen die Klosterhofspiele auch in den kalten Monaten Wärme und Schwung auf die Bühne: das Winter-Ensemble. Was als kleines Experiment mit „Die Wirtin“ begann, entwickelte sich rasch zu einem festen Bestandteil des Spielplans. Inszenierungen wie „Das ungleiche Paar“, „Wie angelt Frau sich einen Goldfisch?“ oder „Charleys Tante“ zeigten, dass die Winterbühne ihren ganz eigenen Charme besitzt – humorvoll, pointiert und oft im Stil der 50er und 60er Jahre.

Das Winter-Ensemble profitiert von einer langen Zusammenarbeit erfahrener Regisseurinnen und Regisseure wie Doris Hanslbauer, Sonja Soydan, Frank Landua und Stephan Schulz. Mit „Dinner for one“ rund um den Jahreswechsel feierte die Gruppe einen besonderen Publikumsliebling. Spätestens mit „8 Frauen“ im Januar 2023, das restlos ausverkaufte Vorstellungen im Kulturhof Langenzenn verzeichnete, etablierte sich das Wintertheater endgültig als Publikumsmagnet. Der Erfolg setzte sich 2024 mit der Komödie „Altweiberfrühling“ fort.

Auch das Winter-Ensemble ist ein Ort, an dem generationsübergreifendes Theater lebendig bleibt. Es bietet den Spielerinnen und Spielern die Möglichkeit, unabhängig von der großen Sommerproduktion auf der Bühne zu stehen und neue Facetten auszuprobieren. Mit liebevollen Details in Ausstattung und Inszenierung, viel Spielfreude und einem eingespielten Ensemble bringt das Wintertheater Jahr für Jahr gute Laune in die dunkle Jahreszeit.